Einkaufswissen ist kostenlos, Einkaufskompetenz nicht.

Einkaufs-Exzellenz entsteht durch Kompetenz!
1. März 2026
Ich habe ChatGPT gebeten, eine Preiserhöhung abzuwehren. Die Antwort war brillant. Sauber strukturiert. Rational. Lehrbuchreif. Aber wertlos. Und sie hätte unserem Unternehmen Geld gekostet. Hier ist die unbequeme Wahrheit: 95 % aller Preiserhöhungen werden im Einkauf nicht akzeptiert, weil sie berechtigt sind. Sondern weil der Einkauf nicht vorbereitet ist. Wenn dein Lieferant eine Preiserhöhung ausspricht, ist das kein Gesprächsbeginn. Es ist das Ende eines internen Entscheidungsprozesses. - Segmentierung abgeschlossen - Mindestziel definiert - Verhandlungsspielraum festgelegt - Argumentationsleitfaden für die Verkäufer steht. Und du? Du prüfst die Begründung.Das ist kein Verhandeln. Das ist Reagieren.
  • ChatGPT sagt: Marktdaten sammeln, analysieren.
  • ChatGPT sagt: Begründung prüfen
  • ChatGPT sagt: "Kompromiss vorschlagen"
Genau deshalb verliert man. Denn professioneller Einkauf beginnt nicht mit Analyse. Er beginnt mit Haltung: "Das ist inakzeptabel" - das klare zurückweisen der Preiserhöhung. Keine Diskussion. Kein Einstieg ins vorbereitete Script. Zuerst verschiebst du das Machtverhältnis. Erst danach verhandelst du. Wo KI endet und Einkauf beginnt ChatGPT liefert Information. Doch Information ist nicht gleich Verhandlungskompetenz. Was fehlt:
  • Segmentwissen – In welchem Kundensegment befinde ich mich wirklich?
  • Frühwarnsignale – Wie verändert sich Tonalität, Dokumentation und Argumentationsstruktur?
  • Eskalationsarchitektur – Welche Stufen ziehe ich in welcher Reihenfolge?
Eine KI kennt meinen konkreten Lieferanten nicht. Sie kennt keine internen Machtmechaniken. Sie kennt keine psychologischen Trigger. Viele Einkaufsabteilungen sind heute: Überinformiert. Überdigitalisiert. Aber oft Untertrainiert. KI ersetzt keine Durchsetzungsstärke. Sie ersetzt keine Eskalationsarchitektur. Sie ersetzt kein Training unter Druck. Zwischen Wissen und Wirksamkeit liegt Kompetenz.
  • Kompetenz entsteht nicht durch Prompts. Sondern durch Struktur, Wiederholung und klares Framework.
Wer heute noch glaubt, Preiserhöhungen mit Argumenten zu gewinnen, hat Verhandlung nie als Markt- und Machtmechanik verstanden.
Mein Fazit: Einkaufswissen ist kostenlos. Einkaufskompetenz nicht.
Die Frage ist nicht, ob du weißt, was zu tun ist. Die Frage ist, ob dein Lieferant es spürt!
Das PEXXA Pace Modell Professioneller Einkauf folgt einem strukturierten Vorgehen in 4 Phasen. Hier die TOP 10 Maßnahmen in der Übersicht.
  • Ablehnen
  • Zeit gewinnen
  • Wettbewerb aktivieren
  • Kostenoffenlegung erzwingen
  • Gegenwert verlangen
  • Segment verschieben
  • Eskalieren
  • Alternativen aufbauen
  • Kommunikation drehen
  • Akzeptieren – nur mit dokumentiertem Vorteil
Akzeptanz ist der letzte Schritt. Nicht der erste. Dein Downloadlink für das PACE-Modell: https://pexxa.de/wissensbibliothek‒neu

Über den Autor

Michael Neumann
Gründer und Lead Trainer
Michael verfügt über langjährige Erfahrung als Berater und Führungskraft im Bereich Einkauf. Als Leiter Einkauf bei Deloitte in Deutschland verantwortet er komplexe Einkaufsstrukturen, Kostenoptimierungsprogramme und die Weiterentwicklung von Procure-to-Pay-Prozessen.

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